|
Die anderen über Villány
Weinwisser 2/2009
Villány, Ungarns Rotweinperle
Der Weinbau in Ungarn steht noch immer im Schatten der Weinkultur der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Wer heute erstklassige ungarische Rotweine sucht, beginnt in Villány im Süden Ungarns. Doch im europäischen Konzert der Weinklassiker spielt der traditionsreiche Villányer Rotwein noch nicht wieder mit. Die stilistische Unverwechselbarkeit und das Potenzial der Weine – die nicht nur hinsichtlich der verwendeten Rebsorten an Bordeaux erinnern, sondern auch stilistisch und sogar preislich – sind bislang nicht konstant ausgeschöpft worden. Dennoch gibt es vereinzelt großartige Weine mit Valeur, insbesondere mit Beteiligung des Cabernet Franc. Von den Licht- und Schattenseiten der Villányer Weine berichtet Till Ehrlich.
Villány, das erfolgreichste Weingebiet Ungarns, umfasst etwa 2 500 Hektar Rebland und wird von sechs Weinbaugemeinden bewirtschaftet. Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft konnte der Weinbau mit enormer Energie, Fördergeldern, Fleiß sowie unternehmerischem Geschick und Ehrgeiz revitalisiert und rasch wieder zum Blühen gebracht werden. Diese Tatsache verdankt Ungarn weitgehend seiner donauschwäbischen Minderheit, die in Villány seit der Zeit Maria Theresias den Weinbau prägt und nach 1945 von den Ungarn nicht vertrieben wurde. Fast alle Winzer in Villány besitzen deutschsprachige Wurzeln. Die Donauschwaben bilden auch heute noch das weinbauliche Kraftfeld von Villány. Nach dem Hype der letzten Dekade, der oft genug austauschbare Önologenweine – vor allem Rote – hervorbrachte, bahnt sich inzwischen eine gewisse Ernüchterung an, die auch den Weinen neue Möglichkeiten eröffnen könnte: Die Hinwendung zu mehr Feinheit, Eleganz und Komplexität, zu stilistischer Eigenheit und Unabhängigkeit könnte das Gebiet qualitativ auf eine neue Stufe heben. Heute schon bemerkenswert ist das Potenzial des Cabernet Franc, der auf den mit Löss und Lehm beschichteten Kalksteinböden von Villány eine neue Heimat gefunden zu haben scheint. Aber auch Cabernet Sauvignon und erst recht Merlot, zumal vereint und in Barriques geschult, können ausgezeichnete Rotweine hervorbringen. Ende Januar zeigte eine Degustation im Berliner Collegium Hungaricum, dass das Niveau und die stilistische Konstanz der Rotweine momentan noch sehr heterogen sind. Deutlich wurde, dass die Erzeuger der «zweiten» Reihe interessanter sind. Denn die «erste» Reihe mit namhaften Weingütern wie Attila Gere, Bock, Polgár oder Tiffán ist nicht allein vom Preis-Leistungs-Verhältnis zu hinterfragen. Es gibt auch ein weinstilistisches Problem, denn gerade die Spitzen sind oft kitschige, überkonzentrierte Weine ohne Subtilität. Offenbar sind einige Villányer Weinmacher gegenüber den Moden und Verführungen der modernen Önologie (noch) allzu hörig, mit deren Möglichkeiten sie bislang vor allem Bordeaux imitiert haben. Eine eigenständige Villányer Weinkultur artikulieren hingegen die Weine von Csaba Malatinszky und Horst Hummel. Beide Winzer ähneln sich – bei aller Individualität und Diversifikation – in ihrer ganzheitlichen, terroirbezogenen und stark jahrgangsspezifisch orientierten Denkweise. Bezugsquellen: Alle Weine sind über www.weingut-hummel.com zu beziehen, außer Malatinszky, der über www.malatinszky.hu vertreibt.
Der Spiegel
18. September 2006
UNGARN
Stierblut war gestern
Von Jürgen Zichnowitz
Keinem ungarischen Winzer kommt heute das Wort "Stierblut" über die Lippen,
die Zeiten des Kopfschmerz verdächtigen Massenweins sind vorbei: Rotweine
aus Ungarn sind heute so gut wie nie zuvor - zum Beispiel Blaufränkisch in
Sopron, Bikavér in Eger oder Cabernet aus Villány.
Der Spiegel
18. September 2006
UNGARN
Stierblut war gestern
Von Jürgen Zichnowitz
2. Teil: Lesen Sie im zweiten Teil: Der Weintourismus in Villány boomt
Richtung Villány im Süden des Landes führt der Weg vorbei am Balaton, dem Plattensee, mit dem Anbaugebiet Badacsony am Nordufer. ...
Die gehaltvollsten Rotweine des Landes werden in der südlichen Region Villány-Siklós produziert. Sowohl Sonne als auch Niederschlag sind genügend vorhanden. Das Villányer Bergland aus Karbonatgestein schützt die Rebhänge – meist in Südwestlagen – und lässt die späte Rebsorte Cabernet Sauvignon voll ausreifen. Auf kalziumreichen Böden des Gebiets entstehen säurestarke Weine, während auf den Lössböden eher mildere Tropfen gedeihen. "Traditionell leben hier viele Donauschwaben", erzählt Winzer József Bock, "deutschstämmige Familien, die es direkt nach 1945 nicht leicht hatten." So mussten auch seine Großeltern nach dem Krieg ihre Rebflächen an den Staat abtreten, wobei sein Vater bereits 1958 einen Teil wieder zurückkaufte. József selbst lernte Schlosser und übernahm als 33-Jähriger das Mini-Gut, wo er 1987 die ersten Weine auf die Flasche füllte. Heute besitzt Bock 50 Hektar, dazu über den Kellern ein Restaurant für 40 Personen, Fitness- und Konferenzräume sowie 17 Gästezimmer: Der Weintourismus in Villány boomt. Der neue Barriquekeller ist hell und übersichtlich. "Schimmel möchte ich aus optischen Gründen nicht an den Wänden haben", sagt Bock – einer der grundlegenden Unterschiede zwischen Eger und Villány.
Weiblicheres Aroma in französischen Fässern
Neben sortenreinen Roten aus internationalen Reben und der heimischen Kékfrankos sind vor allem die kräftig-animalische "Bock-Cuvée" aus den Bordeaux-Sorten (mehrheitlich Cabernet Sauvignon) und die "Royal Cuvée", überwiegend aus Cabernet und Pinot noir, sehr interessante Tropfen. Mehr als ein Jahr lagern Bocks Spitzenweine in zumeist neuen Barriques. Ihre Etiketten schmückt der Kopf eines Bocks, die einfacheren Weine sind mit Landschaftsmotiven verziert. 1999 erzeugte Bock zudem die Cuvée "Capella" aus 60 Prozent Cabernet franc, dazu Cabernet Sauvignon – tiefdunkel, würzig, fruchtig, gut strukturiert, 21 Monate nur in neuen Fässern gereift – aus ungarischem Holz!
Attila Gere hat – anders als viele seiner Kollegen – mehrere Weine auch in französischer Eiche gelagert. Einige 2002er holt er zum Vergleich direkt aus dem Fass. Der Unterschied ist deutlich: spitzere Tannine bei ungarischem Holz, rundere in französischen Fässern. "Weiblicher", sagt Gere, "und harmonischer." Wie Bock ist auch Gere nicht direkt zum Wein gekommen. Zwar waren seine Urgroßeltern schon Winzer, er selbst aber hat als Förster gearbeitet, bis er durch die Heirat mit seiner Frau Katalin zu Weinbergen kam. 1987 füllte er das erste Mal Wein auf die Flasche, 20 Hektoliter Blauen Portugieser. Die malolaktische Gärung (d. h. der biologische Säureabbau) seiner Weine war für ihn damals ein erfreulicher Zufall: "Ich wusste gar nicht, was das ist."
Seit 1992 kooperiert Gere mit Franz Weninger, dem er vom Bürgermeister empfohlen wurde und mit dem er heute etwa ein Drittel seiner Flaschen produziert. Aus dieser Zusammenarbeit stammt zum Beispiel seine "Cuvée Phoenix", in großen Holzfässern gereift. Geres große Weine kommen in mageren Jahren wie 1998 nicht auf den Markt. Grandios sind die 2000er Cabernet franc Selection von 40 Jahre alten Reben aus dem Sterntal sowie der vollmundige 2000er Kopár, eine Cuvée von der gleichnamigen südlichen Steillage aus Bordeaux-Rebsorten.
Größe schließt Qualität nicht aus
Direkt neben Gere hat Ede Tiffán mit Sohn Zsolt seine Kellerei. Ede ist mit Wein groß geworden, hat Weinbau studiert, lange Jahre in Staatsweingut und Genossenschaft gearbeitet und 1989 seinen Betrieb gegründet. Die Tätigkeit für den Staat tat seinem Renommee keinen Abbruch: 1991 wurde er als Erster zum ungarischen "Winzer des Jahres" gekürt und genießt höchstes Ansehen bei seinen Kollegen. 2003 ließ er für Neupflanzungen in der Lage Teufelsgraben 400.000 Kubikmeter Boden bewegen. "Die letzte Chance, bevor Ungarn EU-Mitglied wurde", sagt der schnauzbärtige Winzer lächelnd. Sein 2000er "Carissimae" aus der Spitzenlage Kopár wurde auf der Vinexpo in Bordeaux prämiert; mindestens ebenso beeindruckend ist aber sein 2001er Pinot noir mit fülliger Frucht, feiner Säure und exzellenter Struktur.
Csaba Malatinszky stammt nicht aus der Region. Seine Karriere begann er als Sommelier – "der Erste in Ungarn" – im Budapester "Gundel", arbeitete dann als Weinhändler, bevor er 1997 sein heute 28 Hektar großes Gut in Villány erwarb. "Ich brachte damals die ersten Barriques in die Gegend", erzählt er. Blitzblank sein Keller, konzentriert seine Weine wie die vom Fass probierten 2002er Cabernet franc mit animalischen und ledrigen Noten und der 2002er Villányi Cabernet Sauvignon, unfiltriert, sehr fruchtig und mit Potenzial für viele Jahre.
Größe schließt Qualität nicht aus: Der Kellerei Vylyan, mit 125 bepflanzten Hektar einer der gewichtigsten Betriebe der Region, ist mit ihrer Prestige-Cuvée "Duennium" aus Cabernet, Merlot und Zweigelt ebenfalls ein Wein gelungen, der sich in die Reihe der Villányer Spitzen hervorragend einfügt.
Noch ist die Produktion hochwertiger ungarischer Rotweine recht jung, doch eines wird bereits deutlich: Wer dieses Weinland ignoriert, hat selber Schuld.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,432971,00.html
Der Spiegel
24. September 2005
SÜDWESTUNGARN
Von Tobias Wiethoff
Schwaben, Störche, Spitzenweine
Die Zeiten süßlich-süffiger Massenware sind vorbei, in Ungarn wächst so manche Rebe, aus denen Spitzenweine gemacht werden. Besonders die edlen Tropfen aus der Heimat der Donauschwaben können es mit der Konkurrenz aus dem Ausland durchaus aufnehmen.
Villány/Szekszàrd - "Egészségedre!" Die Ungarn treiben großen sprachlichen Aufwand, um etwas Simples ausdrücken: "Prost!" Das Einüben des Trinkgrußes gehört für Besucher zu den notwendigen Vorleistungen, wenn sie in den Genuss ungarischen Weines kommen wollen. Dabei bringt man diese Buchstabensuppe eigentlich erst nach ein paar Gläsern Alkohols flüssig über die Lippen. Falsch betont, klingt die Vokabel in ungarischen Ohren wie der vulgäre Ausdruck für das menschliche Gesäß.
Wer diese Klippen umschiffen und dennoch dem ungarischen Wein an der Stätte seiner Erzeugung zusprechen möchte, sollte nicht nach Eger oder Tokaj, sondern in die Schwäbische Türkei fahren. Diese liebliche, von weiten Ebenen und sanften Hügeln geprägte Landschaft, die trotz ihres Namens tatsächlich im Südwesten Ungarns liegt, ist die Heimat der Donauschwaben, und die sprechen Deutsch - zumindest eine altertümliche Abart davon. Der Wein aus dieser Gegend gilt sowieso als einer der besten des Landes und lehrt neuerdings sogar prominente Tropfen aus dem Ausland das Fürchten.
Dem Winzer Attila Gere aus Villány an der kroatischen Grenze ist schon bei mehreren Blindverkostungen renommierter Fachzeitschriften das Kunststück gelungen, mit seinem Spitzenwein "Solus", einem Merlot, französische Grand Crus aus dem Feld zu schlagen. In seiner Jugend erlernte der 51-Jährige den Beruf des Försters und trank damals viel lieber Bier. Geradlinige Winzerkarrieren sind selten in einem Weinland, das in sozialistischen Zeiten für seine süßlich-süffige Massenware mehr berüchtigt als berühmt war.
Deutschstämmige beleben Weinbau neu
Inzwischen ist Ungarn wieder da - nicht zuletzt auf Grund des Engagements der Donauschwaben. Die Deutschen waren in mehreren Wellen seit dem Ende des 17. Jahrhunderts nach Südungarn gelangt. Nach rund 100 Jahren türkischer Besetzung lag das Land wüst und leer, und die österreichische Regierung schickte Werber nach Deutschland, um nach tatkräftiger neuer Bevölkerung Ausschau zu halten. Fündig wurden sie zwar keineswegs nur im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg, sondern auch in Bayern oder Hessen, besonders in der Region um Fulda. Da die meisten der Neusiedler aber in Ulm über die Donau eingeschifft wurden, bürgerte sich die Bezeichnung "Schwab" für sie ein.
Auch wenn die Vertreibungen nach dem Krieg die Volksgruppe um rund 200.000 Mitglieder oder ein Drittel dezimiert haben, wird die Pflege des Brauchtums noch immer groß geschrieben. So gibt es in Nagynyárád unweit der Donau bei Mohács neben einem Kulturverein auch einen Chor, der sich deutschem Liedgut widmet. Die größte Attraktion des 840-Seelen-Dorfes aber ist der 85-jährige János Sárdi, der Touristen mit Charme und Würde in der urdeutschen Kunst der Blaufärberei unterweist. Kaum einer verlässt seine Werkstatt, ohne sich mit Tischdecken, Servietten oder Schürzen in den charakteristischen Mustern eingedeckt zu haben.
Doch die Deutschen brachten nicht nur ihre Sitten und Gebräuche mit. Sie belebten den Weinbau neu, vor allem mit dem von ihnen eingeführten Blauen Portugieser. Heute ist fast die gesamte Elite der südungarischen Winzer deutschstämmig, so auch Ede Tiffán, 1991 erster Träger des von der ungarischen Weinakademie verliehenen Titels "Winzer des Jahres". Wenn es diese Auszeichnung vorher nicht gab, so weil es keine Winzer gab. Im Sozialismus durften Privatleute nur einen halben Hektar Rebfläche bewirtschaften - zur Selbstversorgung. Für die Masse waren die Kombinate und Genossenschaften zuständig.
Ausländer erfahren wenig von Fortschritten
Anders als Attila Gere hat Tiffán vor der Wende selbst als Önologe in Großbetrieben gearbeitet, doch die damalige Produktionsweise ist ihm nur eine schaurige Erinnerung: "Damals brachte ein Hektar Rebfläche rund 23 Tonnen Ertrag, heute sind es in Spitzenlagen drei bis vier." Ihrem Wein zu altem Ansehen zu verhelfen, betrachten die Winzer der Region als gemeinschaftliche Aufgabe. Einen "Solus" von Gere oder einem "Carissimae" von Tiffán zu entkorken, gilt inzwischen unter den Schönen und Reichen des Landes als chic. Da daher der Großteil ihrer Weine im Land getrunken wird, und das oftmals vor dem Erreichen des optimalen Reifegrades, erfahren die Ausländer wenig von ihren Fortschritten.
Ungarns Südwesten: Im Winkel von Donau und Drau werden zahlreiche Spitzenweine produziert
Wer den Ungarn zuvorkommen will, muss nach Ungarn reisen. Die Winzerfamilie Gere macht es Touristen leicht, indem sie zum Weingut auch noch eine Pension betreibt. 35 Euro kostet das Zimmer pro Nacht. Etwa die gleiche Summe wird für einen von Geres Spitzenweinen fällig. Verglichen mit französischen Grand Crus ist das ein Schnäppchen. ...
http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,376276,00.html
Hugh Johnson:
"Villány - Siklós ist der gemeinsame Name für zwei historische Bereiche. Im Teil Villány herrscht Rotwein vor - dort ist in den Hügeln mit festem Lösboden die Kadarka-Traube vom Kékoportó (Blauer Portugieser) verdrängt worden, der dank milder Winter und langer, heißer Sommer hier herrlich körperreiche Weine hervorbringen kann. Auch die beiden Cabernets, Merlot, Blauburgunder (der hier unverkennbar burgundische Weine erbringt), Zweigelt und der einheimische Kékfrankos werden angebaut. Im Teil Siklós bauen kleine Winzer vorwiegend Weißweintrauben an: Olaszrizling, Tramini, Chardonnay sowie Hárslevelü."
Der große Johnson, Hallwag Verlag Bern und Stuttgart, 11. Auflage 1997.
"Führende Region für körperreiche Rotweine um die gleichnamige Stadt in Südungarn. Villány Burgundi: zumeist Kékfrankos, durchaus gut. Auch Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc sowie Pinot Noir eröffnen gute Aussichten. Zuverlässige Weine. Eine Region im Aufbruch. ..."
Der kleine Johnson für Weinkenner 2000, Hallwag Verlag Bern und Stuttgart, 21. Auflage 1999.
Maggie McNie MW:
"Villány-Siklós is made up of the red wine vineyards on the limestone Villány hills and mainly white vine vineyards of Siklós. A wide range of red wine grapes is grown here on numerous smalholdings, including Kékoportó, which arguably performs better here than anywhere else, as well as Pinot Noir and Kékfrankos (both of which have in their time been bottled as Nagyburgundi), and Cabernet, Merlot, and Zweigelt. The most common white wine grapes of the region are Olaszrizling, Chardonnay, Tramini, and a particularly full bodied Hárslevelü."
The Oxford Companion to Wine, edited by Jancis Robinson, Oxford University Press Oxford New York 1998.
Béla Hamvas:
"Der Villányer ist elegant, ein Wein der Kavaliere und Damen. Ich meinerseits würde bei Bällen nur Villányer ausschenken. Bestens geeignet für Verlobungen. Er hat einen liebenswürdigen, nicht anspruchsvollen Humor, der natürlich weit entfernt ist von der weisen Heiterkeit des Csopaker, aber ein Villányer will gar kein Csopaker sein, und den Csopaker verlangt nicht nach Bällen. Der Villányer entfaltet alle seine Vorteile, wenn du dich frisch gebadet, rasiert und von Kopf bis Sohle umgezogen hast. Am besten trägst du Frack oder Smoking, als Dame ein Dekolleté. Er weckt gerade nur soviel Erregung, wie Tanzende sie zum Plaudern benötigen. Er ist maßvoll, vornehm, wohlerzogen. Ausgezeichnet zu Kleingebäck und Kaviarsandwiches."
Béla Hamvas, Philosophie des Weines, Brinkmann & Bose Berlin 1994.
Peter Hämmerle:
"Die Sünden der Planwirtschaft wirken noch nach, doch vor allem private Weinbauern produzieren wieder Rotweine von Rang. In den Regionen Eger und Villány formieren sich sogar Winzereliten, die den verblaßten Ruhm des Weinlandes aufpolieren wollen. Schon jetzt werden ihre Roten als Geheimtip gehandelt."
Der Feinschmecker, Heft 9, September 1998
"Villány, Ungarns Antwort auf Bordeaux
Mit dem Weinbaugebiet Bordeaux hat das südungarische Villány mehr als nur den Breitengrad gemein. Auch die Traubensorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Franc werden dort schon seit dem letzten Jahrhundert angebaut, als Rotweine aus Villány zu den begehrtesten der österreichisch-ungarischen Monarchie gehörten.
... Noch ist das Kombinat, ..., der größte Weinproduzent in Villány, doch seinen Ruf hat die kleine Weinbauregion Villány-Siklós den privaten Jungwinzern zu verdanken,... . Die Einwanderer brachten unter anderem den Blauen Portugieser mit, hier Kékoportó genannt. Den Kadarka wiederum brachten die Razer aus Serbien mit, und aus beiden gemeinsam wurde der Schiller gekeltert, ein begehrter Rosé. ... Die Winzer aus der kleinen Gemeinde Villány gehören in Ungarn zur Spitze. In den vergangenen neun Jahren holten sich vier den Titel "Winzer des Jahres". ... Daß auf den guten Villányer Lagen namens Jammertal, Sterntal oder Winterseite neben Blaufränkischem, Zweigelt und Blauem Portugieser - Franz Liszt soll diesen Wein aus Villány wegen seines Veilchenduftes geschätzt haben - die Bordeaux-Sorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Franc so häufig vorkommen, ist keine Modeerscheinung. 'Cabernet Sauvignon kam schon im vorigen Jahrhundert hierher, gemischt mit Cabernet Franc', so Ede Tiffán. Tatsächlich eignet sich die Region aufgrund der vielen Sonnentage und der kühlen Herbstnächte sehr gut für diese Sorten, wie schon Hugh Johnson feststellte. Insbesondere reinsortig ausgebauter Cabernet Franc ergibt hier außerordentliche Weine.
Schon während der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde die Region für ihre guten Weine geschätzt. Rotwein aus Villány hatte einen ausgezeichneten Ruf und wurde weithin "exportiert". Die meisten ausländischen Investoren zieht es heute allerdings in andere Weingebiete, ... . Mit nur 350 Hektar Rebfläche ist Villány eben zu klein für fremdes Kapital. Nur der burgenländische Winzer Franz Weninger gründete hier 1992 ein erfolgreiches Joint Venture mit Attila Gere - und war übrigens der erste, der Barriques nach Villány brachte. ..."
http://www.falstaff.at/page/tfal12b.htm 1.November 2000
Dr. Sigmund Teleki:
"Das Weinbaugebiet von Villány-Pécs erstreckt sich über das heutige Gebiet des Komitates Baranya und zählt zu denjenigen ungarischen Weinbaulandschaften, in denen die Kultur der Rebe am meisten verbreitet ist. Es wird östlich von der Donau, südlich von der Drau und westlich sowie nördlich vom Somogy-Zalaer und Szekszárder Weinbaugebiet begrenzt. Einen sehr guten Einfluß auf das Klima dieser am südlichsten gelegenen Weinbaulandschaft übt das Mecsekgebirge aus, das sich inselartig aus der Ebene erhebt und Schutz gegen Norden gewährt. Selbst der Name des Komitates Baranya, dessen Grenze parallel zu der des Villány-Pécser Weinbaugebietes verläuft, läßt sich vom Wein ableiten. Das Wort Baranya ist nämlich aus "bor" und "anya" entstanden. "Bor" bedeutet auf ungarisch Wein und "anya" Mutter. Somit heißt dieses Komitat "Weinmutter", was auf eine sehr intensive Weinbautätigkeit schließen läßt."
Wie schon der Name des Villány-Pécser Weinbaugebietes andeutet, handelt es sich eigentlich um zwei Weinbaulandschaften. ...
Im Weinbaugebiet von Villány werden vorwiegend Rot- und Schillerweine produziert. Die Rotweine von Villány, die seit langem weit über die Grenzen Ungarns hinaus berühmt sind, gehören zu den besten roten Gewächsen Ungarns.
Die besten Rotweinlagen befinden sich in der unmittelbaren Umgebung der Gemeinde Villány. Auch in einigen Nachbarortschaften werden sehr gute Rotweine gefechst.
Die vorherrschende Bodenart ist Löss. ..."
Weinbau und Weinwirtschaft in Ungarn, Dkfm. Dr. Sigmund Teleki, Oesterreichischer Wirtschaftsverlag, Berlin-Wien-Zürich 1937.
Hans Reinhard Seeliger:
"Nirgends sonst in Ungarn sind die deutschen Wurzeln des Weinbaus offenkundiger. Bis heute sind viele Orte zweisprachig. Teilweise sprechen drei Viertel der Bevölkerung schwäbisch. Kein Wunder, daß es hier Lagenbezeichnungen wie 'Sterntal' oder 'Jammertal' gibt. Die Appellation an den Südhängen des Gebirgszuges zwischen Siklós und Villány (Wieland) war die erste, in der nach der Wende engagierte Privatwinzer auf die Füsse kamen und auf sich aufmerksam machten: Bock, Gere, Tiffán sind Namen, die inzwischen in Ungarn einen gestandenen Ruf haben und die Flaggschiffunktion wahrnehmen.
Die Kellerei Schuth in Villány hat ihre Wurzeln in Rauenthal im Rheingau. Von dort wanderten die ehemaligen Besitzer, im 19. Jahrhundert K. u. K. Hoflieferanten, zu. Es waren die geologischen und klimatischen Verhältnisse, die damals und heute beste Geschäfte erwarten ließen: Lößboden mit Kalksteinuntergrund sowie ein submediterranes Klima. Auch landschaftlich ist die Gegend schön und eine Reise wert. Unbedingt probieren muß man hier den Blauen Portugieser (Kékoportó). Wer diese Rebsorte nur aus Deutschland kennt und als anspruchslos einstuft, wird in Villány ein tiefrot-samtiges Wunder erleben."
Alles über Wein, Heft 6/99.
Thomas Vaterlaus:
"Villány. Ein Hauch von Bordeaux. Kein östliches Winzerdorf ist so schnell zu Ruhm gekommen wie Villány im äussersten Süden Ungarns. ... Der Boom hat das noch vor wenigen Jahren verschlafen wirkende Dorf verändert. Eine Weinstraße wurde schon eingerichtet. Neue Restaurants wurden eröffnet. Und neben der pittoresken Straßenzeile mit alten Kellern ist ein gediegenes Hotel namens Cabernet gebaut worden. ... Doch wahr ist auch: Die Spitzenweine von Villány werden immer besser. ... Zweifelsfrei wird den Spitzenwinzern von Villány spätestens mit dem Jahrgang 99, dem besten der letzten 10 Jahre, ein weiterer Qualitätssprung gelingen. Im Übrigen reifen in Villány durchaus auch interessante Weissweine. ..."
Vinum, Das internationale Weinmagazin, Juli/August 2000.
Michael Sailer:
"... Das Villányer Gebirge erstreckt sich etwa 25 km lang nördlich der Linie der Ortschaften Villány - Nagyharsány - Siklos - Harkány, es erreicht eine Höhe von 442 m. Die Weinberge liegen vorwiegend in den Südhängen und Tälern, die vor den kälteren nördlichen Luftströmen sehr gut geschützt sind. Das Gebiet erscheint dem Reisenden als eine mild-hügelige Berglandschaft. Der Grundboden besteht aus Kalkstein, auf dem mehrere Meter dicke löß-, kalk- und lehmhaltige Schichten ruhen: für den Weinbau eine ideale Grundlage!"
Als südlichstes Weinbaugebiet des Landes genießt die Region ein von mediterranischen Wirkungen stark beeinflußtes Klima. Das verrät dem aufmerksamen Betrachter auch die reich wuchernde Pflanzenwelt. Die in der Vegetationszeit über 17,5 °C liegende Durchschnittstemperatur und der mehr als 700 mm jährliche Niederschlag sowie die Bodenverhältnisse prädestinieren das Gebiet für die qualitativ hochwertige Rotweinproduktion. Es gedeihen hier jedoch gleichwohl auch harmonische, gute Weißweine.
Das Villány-Siklóser Weingebiet schließt die folgenden Gemeinden ein: Dióviszló, Harkány, Hegyeszentmárton, Kisharsány, Márfa, Nagyharshány, Nagytótfalu, Siklós, Villány und Villánykövesd.
Die Reben wachsen auf einer etwa 2000 ha großen Fläche. Einige Namen von den besten Lagen: Csillaghegy (Sterntal), Siralomvölgy (Jammertal), Göntér, Zuhány, Pillángó. Sehr bevorzugt werden neben Nagyharshány die Hänge des Szársomlo Berges.
Trotz des großen Ruhms des Kadarkas ist der Oportó, auch Kékoportó genannt (Blauer Portugieser), der meistverbreitete Rotwein der Weinregion. Er bringt hier die besten Qualitäten im Lande! Er stammt aber nicht aus Portugal, wie man es aus seinem Namen schließen könnte, sondern er kam mutmaßlich aus Österreich nach Ungarn, und zwar durch deutsche Siedlerfamilien. Der Wein hat eine tiefdunkle Farbe - dunkler als in Österreich oder Deutschland -, die er den guten warmen Lagen an den Villányer Hängen verdankt. Er ist mildsüffig, läßt die Primäraromen gut erkennen und wirkt angenehm samtig. Der Wein erreicht sein Reifestadium sehr früh, ist aber deswegen nicht lange lagerfähig. Er ist sozusagen der Beaujolais des Weingebiets. Man sollte ihn bis zur nächsten Weinlese möglichst austrinken!
Seit den großbetrieblichen Anpflanzungen in den letzten Jahrzehnten ist der Kékfrankos (Blaufränkisch, Limberger) sehr verbreitet. Er wird in dem Weingebiet eigenartigerweise auch Nagyburgundi (Großburgunder) oder Villányer Burgunder genannt, trotzdem er mit Burgund oder dem Burgunder nichts zu tun hat. Er zeichnet sich in der Region durch seine verhältnismäßig tiefe Farbe und einen bemerkenswerten Tanningehalt aus. Die Säuren sind in ihm nur mäßig vertreten, sein Duft erinnert an Brombeeren und erweckt einen würzig-harmonischen Eindruck. Er ist kein schwerer Wein, die Ungarn trinken ihn sehr gern und oft; man kann ihn 4-6 Jahre lang gut lagern.
Gut vertreten ist in der Region Villány auch der Zweigelt, der vor nicht allzu langer Zeit aus Österreich nach Ungarn kam. Die Rebe reift ziemlich früh, sie bringt einen guten Ertrag. Dieser Wein zeigt sich von seiner besten Seite, wenn er etwa 2-4 Jahre alt ist: Aus einem herberen, rassigeren Jungwein wird ein samtiger ausgeglichener Rotwein mit sortentypischen Duft- und Aromastoffen.
Auch der Merlot wächst auf den Hügeln des Weingebiets. Dieser rubinfarbige Rotwein hat hier genügend Tannin, zeigt ein fruchtiges Bukett und manchmal vom Restzucker eine bestimmte Milde. In der Region wird er meist sortenrein auf die Flasche gezogen, weniger zum Cuvée verwendet. In der Flasche hält er sich nicht zu lange, am besten schmeckt er, wenn er 3-5 Jahre alt ist. Nicht selten gibt es ihn auch halbtrocken.
Es ist keine Übertreibung, wenn man behauptet, daß die besten Rotweine des Weingebietes und möglicherweise auch Ungarns, die hier gewachsenen Cabernets sind. Diese aus Frankreich stammenden Rebsorten haben auf den Villányer Hügeln ideale Bedingungen gefunden. Sie werden oft als trockene Weine besonderer Qualität ausgebaut. Der Cabernet Franc ist der etwas hellere und reichere an Säuren, jedoch weniger tanninreich, ist würzig und ausgiebig an Aromastoffen sowie Extrakten. Fruchtig im Geschmack und relativ geschmeidig. Sein Alkoholgehalt liegt im Durchschnitt über 12% V/V.
Der Cabernet Sauvignon ist unbestritten die strengere Sorte und zeigt sich mit etwas mehr Tannin und mäßigeren Säuren. Er bietet seine mannigfaltigen Geschmack- und Aromastoffe neben einer spürbaren Strenge in einer schönen Komplexität. Er riecht nach schwarzen Johannisbeeren, man kann hier und da auch erdige Düfte herausspüren.
In dem Weingebiet werden beide Weine vorwiegend noch sortenrein abgefüllt; nur einige private Winzer machen Versuche mit Cuvées von beiden oder mit anderen Weinen nach dem Muster aus Bordeaux. Der Ausbau im kleinen Holzfaß (Barrique) ist noch nicht verbreitet, aber es gibt schon einige Pioniere, wie z. B. die Tiffáns, Vater und Sohn, die schon auch sehr gute Barrique-Weine abfüllen. Ihr Cabernet Sauvignon 1991 - lag 6 Monate in Barrique - weist einen angenehmen, diskreten Holzton sowie milde Tabakaromen mit schönem, langem Nachgeschmack auf. Er zeigt sich nach 2 Jahren schon harmonisch und läßt seine spätere Größe bereits erahnen. ...
... Wenngleich dieses Gebiet als das beste Rotweingebiet Ungarns gilt, so wachsen hier auch gute und beachtliche Weißweine. Sie gedeihen in der Weinregion Villány-Siklós insbesondere auf dem Siklóser Distrikt und westlich von ihm. Die Reihe wird auch hier, wie in so vielen Weingebieten des Landes, von dem Olaszrizling (Welschriesling) angeführt. ...
... Bedeutend ist die Produktion vom Hárslevelü (Lindenblättriger). Der Duft der Weine aus dieser alten ungarischen Rebe erinnert wirklich an die Blüte der Lindenbäume. Feine Säure und ein wenig herber Geschmack kennzeichnen diesen aromatischen, gelbgrünen Wein. Der Alkoholgehalt der hiesigen Produkte liegt im Durchschnitt über 12%. ..."
Ungarn, Weingebiete und Weine, Wein- und Weinreiseführer, Michael Sailer Verlag, Nürtingen 1994.
Dr. Gábor Rohály:
"21. Villány-Siklós
Aus diesem Weinbaugebiet stammen die besten Rotweine des Landes. Die Weissweinproduktion ist eher untergeordnet und konzentriert sich auf die Gegend um Siklós.
Villány-Siklós erstreckt sich an den südlichen und östlichen Hängen des Villányer Gebirgszuges. Das im Erdmittelalter entstandene und schuppenartige Kalkgebirge bildet mit seinen Stufenformationen und seiner Eigenschaft, die kalten nördlichen Luftströmungen aufzufangen und somit ein submediterranes Mikroklima zu schaffen, ideale Voraussetzungen für den Qualitätsweinbau.
Das Villányer Gebirge ist neben verschiedenen Kalkarten im wesentlichen aus Dolomit und Mergel ausgebaut. Der nicht zum Massiv gehörende Tenkes-Berg bei Siklós besteht zur Gänze aus Kalkstein. Die oberste Schicht bildet überall ein sandiger Lössboden. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit und der klimatischen Verhältnisse ist Villány-Siklós sicherlich das interessanteste Rotweingebiet Ungarns.
Die angebauten weissen Rebsorten sind traditionellerweise Welschriesling, Traminer und Hárslevelü (Lindenblättriger) und seit einem Jahrzehnt auch Chardonnay.
Die historischen roten Rebsorten sind Kadarka und Blauer Portugieser, wobei man Kadarka heute kaummehr in Qualitätsweinen findet. Hinzugekommen sind in unserem Jahrhundert die Bordeaux-Sorten - Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot - sowie Blaufränkisch und Zweigelt. Von letzterem wird seit einiger Zeit auch Rosé als Qualitätswein hergestellt.
Die Rotweine Villánys haben ein intensives Bouquet, sind meist schwer im Alkohol, mit einem kräftigen Körper und festen Tanninen. Während der Blaue Portugieser bereits nach einem Jahr auf den Markt kommt, reifen die kräftigeren Weine mehrere Jahre in den Fässern.
Weinreisen nach Villány-Siklós werden immer beliebter. Die Gegend bietet neben den vielen Möglichkeiten der Weinverkostung auch landschaftliche Reize und malerische Ortschaften mit schönen Kellerstrassen (Villány, Villánykövesd).
Der Jahrgang 1997 gehört zu den grössten in Villány, derart gesunde Trauben waren schon seit Jahrzehnten nicht in die Weinpressen gekommen. Mit der Reife konnte nach Belieben gewartet werden. Im Frühjahr waren einige Cabernets bereits fertig. Die Weine werden schneller reifen als ihre Vorgänger, sind hochkonzentriert und haben grosses Reifepotential. Der Jahrgang 1999 kann als Jahrhundertjahrgang bezeichnet werden, schwächere Weine sind nur in solchen Kellereinen zu finden, die den Pflanzenschutz vernachlässigt haben."
Rohaly´s Weinführer Ungarn 2000, Die Degustationsnotizen des Weinkollegiums 1999, Budapest, Akó Verlag 2000.
Alex Liddell:
"VILLÀNY-SIKLÓS
1,801 hectares: 651 white, 1,150 red
Six wine communities, with 2,797 members
Villány-Siklós has a high profile. After Tokaj, it is the area well-informed wine-lovers outside Hungary identify with quality, and rightly so. From complete obscurity ten years ago, it is now a well-organized, go-ahead
place, with more and more aspiing producers appearing every year. They recognize a success story when they see one. In 1997 there were fortytwo entries on the wine route guide; in 2001, there were eighty-two. Each year, along the main road through Villány, lots of new cellars open to the public. Everyone wants to climb on the bandwagon but, sadly, being from Villany is not an automatic guarantee of quality. A handful of top producers make exceptional wines, but no more than half a dozen of them; another half-dozen produce reliable quality, but are never likely to set the world on fire. And then there are the rest.
The region, close to the Croatian border, lies mainly to the south of a range of lowish slopes known as Villányhegy, and is a union of Siklós on the west and Villány on the east. Siklós, more noted for its white wine, comprises areas surrounding the town of Siklós and the villages west of Máriagyüd as far as Hegyszentmárton. Villány is mainly a red-wine area, with a more complex geography. Part of it, between the towns of Siklós and Villány, lies to the south of Villányhegy and north of the villages of Nagytótfalu, Kisharsány, and Nagyharsány. A less important part of it runs northwest of Villány, on the north of Villányhegy, and takes in the villages of Villánykövesd and Palkonya. Villánykövesd has a much-photographed cellar row on two levels, and is a pleasant spot to have lunch. Palkonya, a short drive through gently rolling hills punctuated by large reed-Iined ponds, has an even more notable wine village, but evidence of vine-growing seems confined to some new, well-tended vineyards to the southwest of the village. The most famous of Villány's vineyards are on the southern slopes of a distinctive, almost pyramidal, rocky mound called Szársomlyó (442 metres/1,437 feet), which is behind and to the east of Nagyharsány, and on the southern and eastern slopes of the tail end of Villányhegy, which connects Szarsomlyó to the town of Villány. This latter area is famous as the battleground where the Catholic Alliance headed by Austria won a decisive victory against the Turks in 1687.
Starting to the east, on the slopes behind Villány, is the Jammertal vineyard thought by many to be the best vineyard area in the region, although others favour the Kopár vineyard. Working westwards, separated from the Jammertal by an irregular line of trees, there is the Csillagvölgy (Sternthal) vineyard, which goes as far as a small valley called the Ördögárok. On the eastern slopes of Szarsomlyó, below the woodland on its upper slopes, is the Remete vineyard. Round the corner, on the southern slope of Szarsomlyó, is the Kopar vineyard, where the upper slopes of the hill are exposed rock (with scrubby trees). This rock absorbs heat and makes the Kopár the hottest vineyard in the whole of Hungary, comparable with the Côtes du Rhône in summer. The Kopár stretches from the town of Villány as far as the village of Nagyharsány, and at the ridge on the hill which separates the southern slope from the western slope there is a massive and unsightly limestone quarry, from which stone is transported to a nearby cement factory. North of Szarsomlyó, Konkoly is on a re-entrant between it and Feketehegy, a lower hill to its north, while further south is the Várerdö vineyard, reckoned the least satisfactory of all.
There are stories, part historical and part legendary, from which these vineyard areas get their names - names that have been used for centuries to indicate places, but which have only recently been applied to vineyards. The Jammertal was the slope on which the Turkish army was routed in 1687, a jammer being a cry of pain. After the battle there was no cultivation in this area and it became densely forested. The Csillagvölgy, or in German, Sternthal, allegedly gets its name from the fact that the trees were so thick that the only way you could guide yourself was by the stars, Stern being the German word for star. Kopár means "barren", and having been used for growing peas during the Communist period, this was effectively a green-field site when it was replanted with vines in 1994. The soils are all basically loess over limestone and red clay, with some variations between the vineyards. Thus Kopár has a high magnesium and calcium content in its soil, imparting a mineral character to the wine. Csillagvölgy, on the other hand, has deeper loess with a topping of twenty
to thirty centimetres (eight to twelve inches) of humus, giving fullerbodied wines. Villany-Siklós is the warmest of all the Hungarian wine regions, with the largest number of sunshine hours (2,314) and temperatures ranging from -12°C to 35°C, averaging 11.5°C per annum, and 17.5°C during the vegetative period. Spring comes early, summers and autumns are long (with a summer monsoon towards the end of May), and winters are cool. Precipitation averages 689 millimetres (twentyseven inches) a year, of which between 400 and 450 millimetres (sixteen and eighteen inches) falls during the growing season. Downy mildew occurs in one or two years out of every five; powdery mildew caused by nocturnal dew and autumnal botrytis are more frequent problems.
After the expulsion of the Turks, the Austrian emperor rewarded with grants of land allies who had provided military and material help. Two notable estates survived until they were nationalized in 1945. The Bélye Domain, of which Villány was a part, was granted to Eugene of Savoy in 1699, and later became a crown property administered by a succession of archdukes. Count Adam II Batthyány (the family that owned Siklós Castle after 1728) was given the Domain of Bóly, together with Villánykövesd, in 1700, and this passed through marriage to the Montenuovo family.
After 1723, German emigrants began to settle, and by 1883, their community numbered 1,809, many of them prominent among the eighty or so wine merchants in Villány in the nineteenth century, and many of them successfully exporting to countries like the United States and Brazil, as well as allover Europe. The phylloxera crisis that brought Teleki to prominence changed all this, and it was not until 1914 that the vineyard area regained its former size, and estate and smallholder winemaking again became the norm. After nationalization, a cooperative was formed, as well as two state farms which merged in 1961 to form the Villány-Siklós State Farm, itself swallowed up in 1984 by the Pannonvin Borgazdaság Kombinat. Before phylloxera, traditional varieties grown in Villány had included Juhfark, Furmint, and Kéknyelü among whites, and the inescapable Kadarka, as well as Kékoportó and Kékfrankos, among the reds. The last two remain popular, with Kékoportó more prominent here (unlike in other regions) than Kékfrankos, and generally made with more panache. Both compete even now, with the omnipresent western varieties."
The Wines of Hungary by Alex Liddell, published in Britain 2003 by Mitchell Beazley, Classic Wine Library, London.
|
|